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Samsungs Silber-Batterie bekommt Konkurrenz – was bedeutet das für Silber?

Samsungs Silber-Batterie bekommt Konkurrenz – was bedeutet das für Silber?

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Volkswagen und der chinesische Batteriehersteller Gotion wollen Milliarden in neue Produktionskapazitäten für Lithium-Eisenphosphat-Batterien investieren. Gleichzeitig bereitet Samsung SDI die Serienproduktion einer Feststoffbatterie vor. In der von Samsung veröffentlichten Feststofftechnologie kommt eine Silber-Kohlenstoff-Schicht zum Einsatz.

Für den Silbermarkt stellt sich damit eine interessante Frage: Kann daraus eine neue industrielle Silbernachfrage entstehen oder bleiben andere Batterietechnologien im Massenmarkt bestimmend?

VW setzt auf Bewährtes, Samsung auf den nächsten Technologiesprung

Volkswagen, die Batterietochter PowerCo und Gotion haben Ende September ihre Zusammenarbeit erweitert. Geplant sind drei Gemeinschaftsunternehmen in Spanien, der Slowakei und Marokko mit Investitionen von insgesamt rund 3,22 Milliarden Euro.

Im spanischen Valencia soll eine Batteriezellproduktion mit 29,1 Gigawattstunden Jahreskapazität entstehen, in der Slowakei eine weitere mit 8,4 Gigawattstunden. Im marokkanischen Kenitra sollen jährlich 100.000 Tonnen Kathodenmaterial produziert werden.

Im Mittelpunkt steht Lithium-Eisenphosphat, kurz LFP. Die chemische Formel lautet LiFePO₄. Die Kathode enthält Lithium, Eisen, Phosphor und Sauerstoff. Nickel und Kobalt werden für diese Kathodenchemie nicht benötigt.

LFP ist bereits industriell etabliert. 2025 entfiel weltweit mehr als die Hälfte der in Elektrofahrzeugen eingesetzten Batteriekapazität auf diese Zellchemie. Auch bei stationären Batteriespeichern spielt sie eine bedeutende Rolle.

Samsung verfolgt einen anderen Ansatz.

Die Feststoffbatterie soll 2027 in Serie gehen

Samsung SDI plant nach aktuellem Stand, in der zweiten Jahreshälfte 2027 mit der Serienproduktion seiner All-Solid-State-Batterie zu beginnen.

Statt eines herkömmlichen flüssigen Elektrolyten kommt ein fester Elektrolyt zum Einsatz. Samsung nennt für seine Entwicklung eine Energiedichte von rund 900 Wattstunden pro Liter. Nach Unternehmensangaben sind das etwa 40 Prozent mehr als bei den derzeitigen prismatischen Serienbatterien von Samsung SDI.

Eine höhere Energiedichte kann für größere Reichweiten genutzt werden oder ermöglichen, bei vergleichbarer Reichweite eine kleinere und leichtere Batterie einzubauen.

Samsung arbeitet außerdem an Schnellladetechnologien und nennt Ladezeiten von 8 auf 80 Prozent innerhalb von neun Minuten. Diese Angabe lässt sich allerdings nicht eindeutig der für 2027 angekündigten Feststoffbatterie zuordnen und sollte daher getrennt betrachtet werden.

Was hat das mit Silber zu tun?

Bereits 2020 veröffentlichten Samsung-Forscher eine Feststoffzelle mit einer dünnen Silber-Kohlenstoff-Schicht auf der Anodenseite.

Diese sogenannte Ag-C-Schicht unterstützt innerhalb des Zellkonzepts die kontrollierte Ablagerung von Lithium. Der damalige Prototyp erreichte eine Energiedichte von mehr als 900 Wattstunden pro Liter und überstand mehr als 1.000 Ladezyklen.

Damit ist die Verwendung von Silber in der veröffentlichten Samsung-Technologie belegt.

Nicht bekannt ist bislang, ob die für 2027 geplante Serienbatterie diese Konstruktion unverändert übernimmt und wie viel Silber eine kommerzielle Zelle gegebenenfalls enthalten würde. Entsprechende Angaben von Samsung liegen bislang nicht vor.

Deshalb sind kursierende Berechnungen von mehreren hundert Gramm oder sogar ungefähr einem Kilogramm Silber pro Fahrzeug derzeit nicht belastbar bestätigt.

Zwei unterschiedliche Wege

Ein unmittelbarer Vergleich der beiden Technologien hat Grenzen.

LFP befindet sich bereits in industrieller Großserie. Samsung arbeitet dagegen an der Industrialisierung seiner Feststoffbatterie.

Auch ihre Eigenschaften unterscheiden sich. LFP weist eine geringere Energiedichte auf als die von Samsung genannten 900 Wattstunden pro Liter. Wie Produktionskosten, Lebensdauer und Ladeverhalten der Samsung-Zelle unter späteren Serienbedingungen aussehen werden, ist noch offen.

Hinzu kommen unterschiedliche Einsatzgebiete. LFP wird beispielsweise in großem Umfang für stationäre Batteriespeicher verwendet, bei denen Gewicht und Bauraum eine andere Bedeutung haben als im Fahrzeug.

Welche Marktanteile die unterschiedlichen Batteriekonzepte künftig erreichen werden, lässt sich daraus nicht ableiten.

Was bedeutet das für den Silbermarkt?

Silber wird bereits heute unabhängig von der verwendeten Batterietechnologie in Fahrzeugen eingesetzt. Es findet sich unter anderem in elektrischen Kontakten, Steuergeräten, Leistungselektronik und Batteriemanagementsystemen.

Nach einer 2025 veröffentlichten Studie von Oxford Economics für das Silver Institute liegt der Silberbedarf batterieelektrischer Fahrzeuge derzeit in einer geschätzten Bandbreite von etwa 25 bis 50 Gramm je Fahrzeug.

Ein möglicher zusätzlicher Silberbedarf durch die Ag-C-Schicht einer zukünftigen Samsung-Feststoffbatterie ist darin nicht enthalten.

Eine kommerzielle Feststoffbatterie mit Silber-Kohlenstoff-Technologie würde damit eine zusätzliche Verwendung von Silber direkt innerhalb der Batteriezelle schaffen.

Wie groß dieser zusätzliche Bedarf wäre, können wir derzeit nicht seriös beziffern. Dafür fehlen vor allem zwei Informationen von Samsung: der tatsächliche Silbergehalt der serienreifen Zelle und die geplanten Produktionsmengen.

Erst dann lässt sich aus einer interessanten technischen Entwicklung eine belastbare Rechnung für den Silbermarkt machen.

Noch ist das Rennen offen

Volkswagen und Gotion bauen erhebliche Produktionskapazitäten für eine bereits etablierte Batterietechnologie auf. Samsung versucht währenddessen, eine neue Feststofftechnologie in die Serienproduktion zu bringen.

Welche Rolle beide Technologien in fünf oder zehn Jahren spielen werden, lässt sich heute nicht seriös vorwegnehmen. Sie müssen sich zudem nicht zwangsläufig gegenseitig verdrängen, da unterschiedliche Anwendungen auch unterschiedliche Anforderungen an Batterien stellen.

Für den Silbermarkt ist deshalb weniger entscheidend, welche Batterietechnologie irgendwann als Gewinner bezeichnet wird. Interessanter ist, ob eine silberhaltige Zelltechnologie tatsächlich in großen Stückzahlen produziert wird.

Sollte Samsung Silber auch in der kommerziellen Feststoffbatterie einsetzen, entsteht eine zusätzliche industrielle Verwendung für das Metall. Über deren Größenordnung kann derzeit jedoch noch keine belastbare Aussage getroffen werden.

Entscheidend werden die Daten aus der Serienproduktion sein.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung für Edelmetalle, Wertpapiere oder andere Anlageprodukte dar.

Quellen: Volkswagen Group / PowerCo; Samsung SDI; Samsung Advanced Institute of Technology; Nature Energy, „High-energy long-cycling all-solid-state lithium metal batteries enabled by silver-carbon composite anodes“; International Energy Agency (IEA), Global EV Outlook 2026; Silver Institute / Oxford Economics.